Einleitung

Die Arbeitsgemeinschaft für die Weiterbildung der Ärzte zum Erwerb des Zusatztitels „Psychotherapie“ e. V. vermittelt ein Curriculum nach den von der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und der Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie (AÄGP) erarbeiteten und von der Landesärztekammer anerkannten Richtlinien. Über die Inhalte des Weiterbildungsprogramms informiert die Zusammenstellung durch die Landesärztekammer Hessen vom 01. November 2005 und das Curriculum der AGPT.

Wir vermitteln eine psychodynamische Sichtweise psychischer Erkrankungen auf der Grundlage der Psychoanalyse. Der Abschluss der Weiterbildung befähigt zur Durchführung tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie nach Ziffern EBM 2000 plus 35140+35142, 35150, 35200, 35201.

Die Zulassung zur Weiterbildung kann nach 1½ Jahren ärztlicher Berufserfahrung erfolgen.

Die Teilnahme an einer patientenzentrierten Selbsterfahrung (Balintgruppe, Ziffer 4.2. der Richtlinien), die als Vorstufe des Curriculum gilt, muss bereits vor den Theorie-Seminaren begonnen haben. Die Balintgruppenleiter müssen von der AGPT anerkannt sein. Den Bewerbern steht frei, Kenntnisse und Erfahrungen mit dem Autogenen Training sowie mit einem weiteren zweiten Verfahren (siehe Ziffer 2 der Richtlinien) vor der Zulassung zu erwerben.
Die Weiterbildung ist berufsbegleitend. Die Einführung in die theoretischen Grundlagen (Ziffer 1 – 3 der Richtlinien) erfolgt durch Vorlesungen und Seminare in Abendveranstaltungen. Über weiterbildende Einzelselbsterfahrung, Selbsterfahrung in der Gruppe (Ziffer 4.1.), Erstinterview-Seminar, Balintgruppe und Supervision (Ziffer 5) sind individuelle Vereinbarungen mit Lehrtherapeuten, die von der Arbeitsgemeinschaft im Auftrag der Landesärztekammer anerkannt sind, zu treffen. Wir stellen eine Liste mit Namen und Adressen der ermächtigten Personen bereit.

KollegInnen, die nach ihrer Weiterbildung gerne als Dozenten oder Lehrtherapeuten tätig sein möchten, sollten eine Lehranalyse über mindestens 300 Stunden absolvieren. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für dieses Ziel.


Richtlinien

Im Jahr 2002 wurde eine neue Satzung verabschiedet, die es den Kandidaten ermöglicht nach Abschluß der Weiterbildung aktiv am Unterricht, der Supervision und Selbsterfahrung teilzunehmen. Eine wichtige Voraussetzung ist neben der Mitgliedschaft in der AGPT der Nachweis einer eigenen Lehranalyse von mindestens 300 Sitzungen. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Planung der Weiterbildung.

In Bezug auf die körperliche Untersuchung von Psychotherapiepatienten bestand Klärungsbedarf. So wurde im Vorstand das Problem eingehend diskutiert und in der Mitgliederversammlung 2004 die folgende Vorlage einstimmig verabschiedet:

Die körperliche Untersuchung ist in der Vorphase einer psychotherapeutischen Behandlung kein Tabu. Die Probleme bei der Behandlung eigener Patienten, die die Kandidaten aus der eigenen Praxis mitbringen, sollen ausführlich diskutiert werden können. Der Übergang von einer ärztlichen, somatischen in eine psychotherapeutische Behandlung ist möglich. Somit ist die körperliche Untersuchung

  1. keine Tabu
  2. das Setting muss klar sein
  3. sie soll nur bis zum Abschluß der diagnostischen Phase, vor Beginn der eigentlichen Psychotherapie erfolgen.

Kosten

Die Kosten für die Weiterbilkdung setzten sich zusammen aus

  • Gebühren für 2 Bewerbungsinterviews
  • Verwaltungsgebühr
  • Vorlesungsgebühr, die einmal pro Semester erhoben werden
  • Honorar für Selbsterfahrung
  • Honorar für Erstinterview-Seminar
  • Honorar für Supervision
  • Gebühren für das Abschlußkolloquium

Bewerbung

Die Bewerbung richtet sich zunächst an die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft unter Vorlage des

  1. Fragebogens (siehe Anlage)
  2. Approbationsurkunde (Kopie)

Sind die formalen Voraussetzungen erfüllt, so wird in zwei Gesprächen mit zwei AnalytikerInnen die Motivation des/der BerwerberIn geklärt. Liegen keine Hindernisgründe vor, wird die Zulassung ausgesprochen und mitgeteilt.